Nachruf auf Prof. Dr.-Ing. E.h. mult. Dr.-Ing. habil. Karl Stephan

29. April 2026 / Prof. Dr.-Ing. Joachim Groß

Das Institut für Technische Thermodynamik und Thermische Verfahrenstechnik (ITT) der Universität Stuttgart trauert um seinen prägenden, langjährigen ehemaligen Direktor Prof. Dr.-Ing. E.h. mult. Dr.-Ing. habil. Karl Stephan, der am 16. März 2026 im Alter von 95 Jahren verstarb. Von 1975 bis 1996 leitete er das ITT. Bereits zuvor hatte Prof. Stephan Professuren an der TU Berlin und der Ruhr-Universität Bochum inne.
 
Sein Forschungsinteresse lag bei mehrphasigen Wärme- und Stofftransportprozessen von Mischungen sowie bei thermophysikalischen Stoffeigenschaften. Seine Arbeiten zeichneten sich durch eine vorbildliche Verbindung von theoretischer Fundierung und ingenieurwissenschaftlicher Anwendbarkeit aus und prägten das Fachgebiet nachhaltig. Die Förderung von Studierenden war Prof. Stephan ein wichtiges Anliegen - seine Lehrbücher zu ‚Wärme- und Stoffübertragung‘ mit Prof. Baehr und 'Thermodynamik. Band 1: Einstoffsysteme‘ sowie 'Thermodynamik. Band 2: Mehrstoffsysteme‘ mit Prof. Mayinger, haben sich zu Standardwerken der universitären Lehre entwickelt. Aus seinen wissenschaftlichen Mitarbeitenden gingen zahlreiche renommierte Professor*innen hervor, die die Begeisterung für das Fachgebiet und den wissenschaftlichen Stil von Prof. Stephan weitertrugen. 
 
In Prof. Stephan fand ich als Institutsleiter einen mir sehr zugewandten, mich unterstützenden Vorvorgänger, den ich als Wissenschaftler und als Mensch in höchstem Maße schätzte. In bester Erinnerung halte ich beispielsweise meinen Austausch mit ihm zur anthropogenen Entropieproduktion und der Nachhaltigkeit industrieller Prozesse. Auch menschlich kann ich mich auf Prof. Stephan als Vorbild stützen, indem er es vermochte einen regen Austausch mit seinen ehemaligen Doktorand*innen zu pflegen und über viele Jahre durch Jogging und Fahrradtouren vom ITT aus, an sich und seiner Fitness zu arbeiten. Wir, das Team des ITT, behalten Prof. Stephan in dankbarer und ehrender Erinnerung.
 
Prof. Dr.-Ing. Joachim Groß
 
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